Archiv des Autors: Thomas Meissner

Berufsschüler helfen Flutopfern im Ahrtal

Berufsschüler und Lehrer der Beruflichen Schule Oberhessen machten sich
von Nidda auf den Weg ins Ahrtal, um dort Opfern der Flutkatastrophe zu
helfen. Es war ein langer und anstrengender Tag. Aber alle waren sich
einig: Es hat sich gelohnt.

Früh morgens um 6 Uhr ging es mit dem Bus los. Nach der Ankunft bekamen
die 31 Teilnehmer eine Stärkung, erhielten ihre Aufträge für den Tag,
deckten sich mit dem erforderlichen Werkzeugen ein und wurden dann an
die Einsatzorte gebracht.

Die handwerklichen Fähigkeiten kamen gut zum Einsatz. So wurden durch
Kleingruppen in mehreren Orten und verschiedenen Häusern z.B. Maurer-
und Installationsarbeiten ausgeführt, Schlitze verfüllt und am Ende galt
es natürlich, die Baustelle ordentlich zu verlassen. Die Bewohner
freuten sich nicht nur über die ihnen zuteilgewordene Hilfe, sondern
berichteten auch äußerst eindrücklich von den Geschehnissen bei der Flut
und von ihrem Schicksal.

Abends ließ man beim gemeinsamen Essen nochmal den Tag Revue passieren
und tauschte sich über das Erlebte aus. Die Organisatoren von “Helfer
Shuttle” erwähnten zum Abschluss im Helferzelt nochmal die Gruppe der
Beruflichen Schule Oberhessen und unterstrichen das hohe Maß an
abgearbeiteten Aufträgen. Eine tolle Anerkennung für die Schüler. Ein
langer Tag endete um halb zehn zurück an der Berufsschule in Nidda.

In folgendem Video vom Helferabend werden die Schüler zwischen 18’30 und
21’10 sowie zwischen 29’25 und 30’20 besonders erwähnt:
www.facebook.com/watch/?v=1059933674769563

Wie kam es zu diesem Einsatz? – Abteilungsleiter Roland Olfe beteiligte
sich kürzlich über die Initiative “Butzbach hilft” an einer Helferfahrt
ins Ahrtal. Dabei entstand die Idee, auch mit Schülerinnen und Schülern
der Berufsschule vor Ort zu helfen. “Ich habe gesehen, wieviel Hilfe
dort vor Ort noch gebraucht wird. Man kannte aus den Nachrichten die
Bilder der Katastrophe. Aber vor Ort ist mir erst richtig deutlich
geworden, in welchem großen Ausmaß dort Hilfe benötigt wird. Und da wir
an unserer Schule Auszubildende aus dem Handwerk haben und vor Ort
Handwerker benötigt werden, war es naheliegend, hier beides
zusammenzubringen. Ich bin beeindruckt, dass sich so viele junge
Menschen freiwillig für diesen Helfertag angemeldet haben.”

“Butzbach hilft” stand bei der Organisation helfend zur Seite. Ein Dank
geht dafür an die Initiatorin Stephanie Rau-Hellmig. “Butzbach hilft”
hat vor, im neuen Jahr wieder eine Helferfahrt anzubieten. Weitere Infos
unter www.buzbach-hilft.de . Ein Dank geht auch an den “Förderverein der
Beruflichen Schule Oberhessen am Standort Nidda e.V.”, der die Busfahrt
finanziert hat.

Vor Ort wurde die Hilfe über “Helfer Shuttle” vermittelt und
organisiert. Dort melden sich Betroffene mit ihrem Bedarf an Hilfe und
bekommen entsprechend Helfer vermittelt. Vom “Helfer Shuttle”-Stützpunkt
werden die Helfer per Bus in die Orte gefahren und abends wieder
abgeholt. Die Versorgung mit Essen und Trinken ist ebenfalls
organisiert. Alles durch Freiwillige, alles ehrenamtlich. Für weitere
Infos siehe www.helfer-shuttle.de .

In den Orten ist neben dem großen Ausmaß der Katastrophe immer wieder
etwas anderes zu sehen: Danke! Dieses Wort steht immer wieder auf
zerstörten Häusern und auf bemalten Bettlaken, die die Betroffenen
aufhängen. Die Flut im Ahrtal liegt schon ein paar Monate zurück und in
den Nachrichten ist hiervon kaum noch zu hören. Die Folgen der
Katastrophe sind aber noch in großem Ausmaß vorhanden. Hilfe wird hier
also noch lange benötigt.

Solide Ausbildung mit Holz

Die zukünftigen Holverarbeitungshelfer sowie Rainer Landmann und Tony Hunting (2. und 3. v. l.) von der bhw und Joachim Weis und Wolfgang Leo (4. und 5. v. l.) von der BSO freuen sich auf die Zusammenarbeit. © pv

Wetteraukreis (pm). Mit einer Ausbildung und einem Abschluss in der Tasche sind die Chancen, einen guten Arbeitsplatz zu finden deutlich besser – auch für Menschen mit Behinderung. Deshalb bietet die Behindertenhilfe Wetteraukreis (bhw) ihren Klienten die Möglichkeit, eine ihren Fähigkeiten angepasste Ausbildung, eine sogenannte Teilqualifizierung, zu machen.

Für die Teilqualifizierung zum Holzverarbeitungshelfer kooperiert die bhw jetzt mit der Beruflichen Schule Oberhessen (BSO).

In der zwei Jahre andauernden Qualifizierung werden den Teilnehmern in unterschiedlichen Bausteinen solide praktische und theoretische Grundlagen vermittelt. Wer Holzverarbeitungshelfer werden will, lernt in dieser Zeit den Werkstoff Holz kennen, schult seine handwerklichen Fähigkeiten und setzt seine Kreativität ein. Die Teilnehmer lernen, mit Werkzeugen und Maschinen umzugehen, auf Arbeitssicherheitsaspekte zu achten, Oberflächen zu bearbeiten, Holzprodukte zusammenzubauen. »Die einzelnen Bausteine der Qualifizierung sind abgeleitet von der Schreinerausbildung«, erklärt Wolfgang Leo, Abteilungsleiter der BSO. Er freut sich, dass die bhw wegen einer Kooperation auf die BSO zugegangen ist. Durch die Fusion der Berufsschulen in Nidda und Büdingen habe man für eine solche Zusammenarbeit mehr Spielraum, so Leo.

»Nachdem unser ehemaliger Kooperationspartner aufgrund von internen Umstrukturierungen die Zusammenarbeit beendet hat, haben wir eine Berufsschule in der Region gesucht, bei der unsere Klienten die theoretische Ausbildung machen können. Mit der BSO haben wir einen Partner gefunden, dem auch die Zielgruppe nicht fremd ist«, sagt die Leiterin des Berufsbildungsbereichs der bhw, Bettina Kopp. Der Fachlehrer für Holztechnik der BSO, Joachim Weis, betreut häufig Klassen für besondere Bildungsgänge, zum Beispiel Integrationsklassen, Schüler mit Migrationshintergrund oder Jugendliche mit problematischen Hintergründen. Weis will die Methodik und Didaktik auf die Zielgruppe zuschneiden. »Um die theoretischen Grundlagen zu vermitteln, werde ich die Lerninhalte so aufbereiten, dass sie sehr einfach zu verstehen sind. Wir werden zum Beispiel sehr viel mit Bildern arbeiten«, erklärt der Fachlehrer.

Aktuell nehmen fünf Klienten der bhw an der Teilqualifizierung zum Holzverarbeitungshelfer teil. Der dritte Baustein, in dem sie das Messen und Anreißen mit Werkzeugen kennengelernt haben, schloss in dieser Woche mit einer Prüfung ab. Im vierten Baustein, geht es um den Umgang mit Elektrowerkzeugen. Der Unterricht findet einmal in der Woche im Berufsbildungshaus der bhw in Bad Salzhausen statt. Die praktische Ausbildung machen die Teilnehmer in der Schreinerei der bhw in den Hirzenhainer Werkstätten mit dem Tischlermeister und Arbeitspädagogen Rainer Landmann.

Wetterauer Zeitung, S. 4, 02.10.2021

Jung + sicher + startklar | Aktionstag an der Beruflichen Schule Oberhessen

Die Verkehrswacht Wetteraukreis veranstaltete in der vergangenen Woche unter dem Titel „JUNG+SICHER+STARTKLAR“ einen Aktionstag an der Beruflichen Schule des Wetteraukreises in Oberhessen Nidda/Büdingen. Im Mittelpunkt standen für die 15 bis 24jährigen die Themen „Alkohol und Drogen, „Ablenkung“ und „Der Verkehrsunfall und seine Folgen“, flankiert von der „Aktion BOB“ der Polizei Mittelhessen und Themen wie „Fahrphysik“ und „Allererste Hilfe“.

Die Praxis bilden dabei die Simulatoren ab: der Aufprallsimulator, der Überschlagsimulator und der Fahrsimulator.

Das runderneuerte Programm will die jungen Verkehrsteilnehmer weniger durch Vorträge informieren, als sie mit Hilfe interaktiver Materialien, digitalen Angeboten und dosiertem Hintergrundwissen zu eigener Einsicht und sinnvollen Handlungsalternativen führen. Dazu stellt die Deutsche Verkehrswacht mit der Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur Lernplakate, Schülerarbeitshefte, Filme und Hintergrundinfos zur Verfügung.

Unterstützt wird das Thema in der Wetterau vom ADAC, der Landesverkehrswacht, der Polizei, der Notfallseelsorge und der Drogenberatung Wetterau.

 

Die Neuerungen, die vor allen Dingen die Oberstufen und Berufsschulen betreffen, sind bei den Teilnehmenden gut angekommen. Die aktive Beteiligung der Fahranfänger/innen lässt hoffen, dass die behandelten Themen rund ums Auto, nachhaltig wirken. 

Polizeikommissarin Sabine Axmann bespricht mit einer Gruppe einen Unfall bei Nidda, bei dem 4 junge
Menschen starben. (Foto: Euler)
Überschlag, -Aufprall- und Fahrsimulator im Hof der BSO. (Foto: Euler)