Fachoberschüler holen „Fridays for Future“ in den Unterricht

Die Beruflichen Schulen in Nidda und Büdingen boten ihren Schüler*innen auch in diesem Jahr wieder die Möglichkeit, sich im Rahmen eines besonderen „Friday for Future“ intensiv mit dem wichtigen Thema der globalen Erderwärmung und dem Klimawandel zu befassen. Die Schulleitung folgte damit einer Initiative der Schülervertretung, nicht mit Demonstrationen, sondern mit zusätzlicher „Klimabildung“ aktiv für eine nachhaltige Zukunft zu sensibilisieren. Das Thema „Global Warming“ gehört zu den prüfungsrelevanten Unterrichtsinhalten im Englischunterricht der Klassen 12 der Fachoberschule.

Zu diesem Zweck besuchten alle Fachoberschüler*innen der Standorte Nidda und Büdingen gemeinsam mit ihren Englisch-Lehrkräften eine Sondervorführung des Dokumentarfilms „An Inconvenient Truth“ (dt. Titel: „Eine unbequeme Wahrheit – unsere Zeit läuft ab“) im Niddaer Kino.

Vor der Filmvorführung vermittelte der Berufsschullehrer für Englisch, Politikwissenschaft und Metalltechnik Frank-Christoph Steinbach, der selbst als sog. Climate Reality Leader aktiv ist, in der  aktuellen Multimediapräsentation „Unbequeme Wahrheit 2019“, mit eindrucksvollen Fotos, Cartoons und Videosequenzen, die neuesten Entwicklungen und Forschungsergebnisse zum Klimawandel. Auch die bekannte Rede der schwedischen Klimaaktivistin und Initiatorin des „Friday for Future“ Greta Thunberg auf der UN Klimawandelkonferenz in Polen 2018 blieb nicht unerwähnt.

Die Präsentation schloss mit einem Zitat von Marc-Uwe King “… Ja, wir könnten jetzt was gegen den Klimawandel tun, aber wenn wir dann in fünfzig Jahren feststellen würden, dass sich alle Wissenschaftler doch vertan haben und es gar keine Klimaerwärmung gibt, dann hätten wir völlig ohne Grund dafür gesorgt, dass man selbst in den Städten die Luft wieder atmen kann, dass die Flüsse nicht mehr giftig sind, dass Autos weder Krach machen noch stinken und dass wir nicht mehr abhängig sind von Diktatoren und deren Ölvorkommen. Da würden wir uns schön ärgern.“

Der Film selbst thematisiert die vielfachen Gefahren der globalen Erwärmung für die Erde – und ihre Bewohner. Im Mittelpunkt stehen die Vorträge des ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten und Friedensnobelpreisträger Al Gore, der seine Perspektive auf den Klimawandel darstellt. Beleuchtet werden einerseits die Erfolge beim Kampf gegen den Klimawandel, z.B. das für 197 Nationen völkerrechtlich verbindliche Pariser Klimaschutzübereinkommen vom 12. Dezember 2015, anderseits aber auch die Entscheidung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump, aus dem Klimaabkommen auszusteigen.

Die Schüler*innen waren beeindruckt, wie ihr Lehrer insbesondere die Zusammenhänge zwischen dem massiven Verbrennen fossiler Energieträger und dem Ansteigen der Durchschnittstemperatur auf der Erde verständlich, aber auch unterhaltsam, verdeutlichte. Auch in der Sache sind sie ganz bei  Greta Thunberg: “Change is coming whether you like it or not. The real power belongs to the people.” Sie wollen die Zukunft des Planeten Erde weiterhin aktiv mitgestalten, und das nicht nur freitags, sondern möglichst jeden Tag.

Frank-Christoph Steinbach und Katja Walter (Lehrkräfte an der BSN/BSB), 13.10.2019

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