Studienreise nach Paderborn 2019

Mens sana in corpore sano“ – unterwegs auf den Spuren von Heinz Nixdorf

Diesem Grundsatz folgend lebte und wirkte Heinz Nixdorf in seiner Heimatstadt Paderborn. Er war Wegbereiter der Informationsgesellschaft, aber gleichzeitig auch Hochleistungssportler und ein bedeutender Sportförderer in seiner Stadt. In diesem Spannungsfeld bewegten sich 22 Schüler und eine Schülerin der Fachoberschule Informationstechnik vom 11. bis 14. Februar 2019 auf seinen Spuren. Ganz im Sinne von Nixdorf standen das größte Computermuseum der Welt, die Stadt Paderborn und viel Bewegung auf dem Programm.

Zum Einstieg erkundeten die Jugendlichen im Rahmen eines Stadtrundganges die Stadt Paderborn. Durch vorab vorbereitete Kurzvorträge informierten sie sich gegenseitig über die 1200-jährige Geschichte der Stadt und deren vielfältige Sehenswürdigkeiten.

Der zweite Tag der Studienfahrt stand ganz im Zeichen der spannenden Mischung aus Technik und Bewegung, die durch die Heinz Nixdorf Stiftung gefördert wird. So stand am Vormittag zunächst Sport im Ahorn-Sportpark auf dem Programm. 1983/84 ließ Nixdorf auf seinem Betriebsgelände den Ahorn-Sportpark errichten und stellte schon damals seine Auszubildenden – zur ihm so am Herzen liegenden körperlichen Ertüchtigung – zwei Arbeitsstunden pro Woche zur sportlichen Betätigung frei. Heute ist der Sportpark eine sehr schöne multifunktionale Freizeitanlage, die von mehr als 500.000 Aktiven aller Altersstufen pro Jahr genutzt wird. Die Jugendlichen erhielten zunächst eine Einführung in Regelwerk und besondere Anforderungen der traditionsreichen angloamerikanischen Sportart Baseball. Unter Anleitung eines Bundesligaspielers war anschließend beim Baseballtraining Konzentration, viel Spaß und voller Körpereinsatz im Spiel angesagt.

Weiter ging es dann „per pedes“ zum Heinz Nixdorf Museums Forum. Der Physiker und deutsche Computerpionier Heinz Nixdorf gründete 1952 eine Firma für Elektronenrechner, die sich zum viertgrößten Computerhersteller Europas entwickelte. In dem aus seinem Vermächtnis hervorgehenden und nach ihm benannten Heinz Nixdorf Museums Forum (HNF) erlebten die Schüler auf 6000 m2 Fläche eine Zeitreise durch 5.000 Jahre Geschichte der Informations- und Kommunikationstechnik. Von frühen Schriften auf Tontafeln über Lochkartensysteme bis hin zur künstliche Intelligenz gab es jede Menge Exponate zu bestaunen. Besonders beindruckend war der erste elektronische Computer “ENIAC” von 1946, der eine ganze Halle füllte und dessen gesamte Rechenleistung heute auf einen stecknadelgroßen Mikrochip passt. Nixdorf erkannte diese Entwicklung bereits zu Zeiten der Großcomputer von IBM und Siemens und machte schon damals mit dem Statement „Computer müssen so klein sein, dass sie in die linke untere Schublade eines Buchhalter-Schreibtisches passen“ von sich reden. Ein High-Light der Ausstellung und Zeichen für Gegenwart und Zukunft der Computertechnologie stellten mobilen Serviceroboter dar, die Besucher durch die Ausstellung begleiten. Den Schlusspunkt der Zeitreise bildeten neueste Apple Computer und diverse Interaktionsmöglichkeiten mit künstlicher Intelligenz, die von allen Jugendlichen begeistert genutzt wurden.

Am dritten Tag ging es zur Fakultät für Elektrotechnik, Informatik und Mathematik der Universität Paderborn. Das Institut für Informatik hatte für die Jugendlichen ein abwechslungsreiches Einführungsprogramm zusammengestellt. Zunächst informierte Prof. Dr. Christian Plessl über Zugangsvoraussetzungen und Inhalte des Bachelor-/Masterstudiengangs der Informatik und Elektrotechnik. Er hob dabei die vielfältigen Spezialisierungsmöglichkeiten zwischen den unterschiedlichen Fachrichtungen der Universität Paderborn besonders hervor. In der anschließenden spannenden Gastvorlesung von Prof. Dr. Ing. Christoph Sommer bildete die Problematik der Fahrsicherheit und deren Verbesserung durch Cooperative Mobile Systems den thematischen Schwerpunkt. Eine Führung durch den Reinraum der Universität, in dem zur Herstellung moderner Mikrochips die Konzentration luftgetragener Teilchen sehr gering gehalten werden muss, rundete den ersten Veranstaltungsblock ab. Alle Jugendlichen mussten Schutzkleidung anlegen und eine Schleuse passieren, bevor sie die unterschiedlichen Arbeitsbereiche im Reinraum erkunden durften und unter der Führung junger WissenschaftlerInnen einen konkreten Einblick in die aktuelle Forschung erhielten. Den Abschluss des Universitätsprogrammes bildete der Workshop Computer Engineering „Nichts für Softies – Hier wird Hardware entwickelt“ geleitet von Alexander Sprenger. In dieser Veranstaltung ging es um die elektronische Repräsentation von Zahlen und deren Darstellung auf einer elektronischen Anzeige. In kleinen Gruppen entwickelten und implementierten die Jugendlichen eine anwendungsspezifische Schaltung mit Hilfe der Hardwarebeschreibungssprache „VHDL“ und setzten sich mit Binärcodes und BCD-Codes auseinander.

Auch in diesem Jahr haben unsere Jugendlichen auf der Studienfahrt nach Paderborn einen anschaulichen Einblick in geschichtliche Entwicklung und Praxis, sowie wissenschaftliche Arbeit und Zukunft der Informationstechnik erhalten. Und ganz im Sinne von Heinz Nixdorf wurde mit insgesamt etwa 50 gelaufenen Kilometern auch die Ertüchtigung der Körper nicht vernachlässigt.

B. Geier-Müller und P. Claas,

Nidda, den 25.02.2019

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