Selbstbehauptung und Stressbewältigung in Schule & Beruf

Stopp! Hau ab! Lass mich in Ruhe!“…

Diese Sätze sind im Schulalltag normalerweise nicht erlaubt. Schüler, die sie verwenden werden ermahnt. An drei Tagen in den vergangenen Wochen waren sie im Projekt-Unterricht der 10 BZB2 (Berufsvorbereitungsjahr – Ernährung) der Beruflichen Schule in Nidda sogar erwünscht. Schülerinnen und Schüler wurden dazu ermutigt, jemanden in einer Gefahrensituation anzuschreien.

Am ersten Tag zeigte Lutz Boos vom Turnverein Hirzenhain verschiedene Selbstverteidigungstechniken aus dem Taekwondo. Hier lernte die Klasse mit ihrer Lehrerin Bettina Träger und den Lehrkräften Dr. Thomas Uchronski und Katja Walter, wie sie durch Körperhaltung Selbstbewusstsein ausstrahlen können und wie sie Standfestigkeit durch entsprechende Haltung ausdrücken. Aber nicht nur die Vermeidung von körperlicher Gewalt stand auf dem Lehrplan, sondern auch die rechtzeitige Wahrnehmung von Gefahrensituationen und die angemessene Reaktion darauf. Lutz Boos, der sehr erfahren im Bereich „Personenschutz“ ist, informierte die Schülerinnen und Schüler über Inhalte und Grenzen des Notwehrparagraphens.
An zwei weiteren Tagen zeigte Sifu Frank Durst von den WingTsun Schulen in Giessen, wie auf aggressives Verhalten einer Person durch Kommunikationstechniken, Körperhaltung und Distanz deeskalierend gewirkt werden kann. Mit einfach zu erlernenden Selbstverteidigungstechniken aus der Kampfkunst des WingTsun, durch Rollenspiele und individuellen Übungen erlernten die Jugendlichen die wichtigsten Regeln für den fairen Umgang miteinander. Sie lernten sich abzugrenzen, eigene Grenzen deutlich zu machen, aber auch Grenzen wahrzunehmen und zu respektieren. Dadurch werden Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein gefördert. Zum Abschluss trainierten die Schülerinnen und Schüler noch Übungen aus dem ChiKung. Hier wird der Fokus auf die gesundheitlichen Aspekte des WingTsun gelegt. Gesteigertes Körpergefühl, eine erweitertes Bewegungsvermögen sowie verbesserte Konzentrationsfähigkeit stehen im Mittelpunkt. Dabei wird Entspannung und Meditation in der Bewegung geübt, die für die Schülerinnen und Schüler zur Stressbewältigung in der Schule oder im Beruf gut anwendbar sind. Dank gilt der Fachstelle Jugendarbeit des Wetteraukreises für die Unterstützung. Ein klarer Hinweis für den Erfolg dieses Kurses war, dass sich sonst eher zurückhaltende Schülerinnen und Schüler bei den Übungen als selbstbewusste, wehrhafte Personen zeigten.

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